Das Erstgespräch

Seit dem 1.4.2017 gelten für Psychotherapien neue rechtliche Rahmenbedingungen.

Dazu gehört, dass jeder Therapie der Besuch einer psychotherapeutischen Sprechstunde und probatorische Sitzungen vorausgehen.

Dadurch können Sie viel schneller als bisher einen Termin bei einem Therapeuten bekommen. Allerdings folgt dort nur eine erste Klärung, ob ein Therapiebedarf bestehen könnte oder ob andere Hilfen geeigneter sind.

Bei mir haben die Eltern in einem halbstündigen Gespräch die Möglichkeit, Ihre Sorgen zu schildern (bzw. der/die Jugendliche). Sie erhalten Fragebögen und einen Anamnesebogen, die ausgefüllt werden sollen. Nachdem ich diese ausgewertet habe, erfolgt ein weiteres halbstündiges Gespräch zur Auswertung. Sie erhalten einen Protokollbogen darüber mit einer Verdachtsdiagnose und Empfehlungen.

Allerdings löst dieses Vorgehen in keiner Weise das Problem der raren Therapieplätze. Das heißt, es geht nun erst einmal in die Wartezeit, die mehrere Monate dauern kann. Mit dem Protokollbogen (ab 1.4.2018 ist dieser Voraussetzung für alles weitere) können Sie sich auch um Therapieplätze bei anderen Therapeuten „bewerben“.

Wenn dann ein passender Therapieplatz in absehbarer Zeit bereitsteht, geht es in die probatorischen Sitzungen.  Ziel ist es hier, eine endgültige Diagnose zu stellen und sie prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Therapie gegeben sind. So muss die Chemie zwischen mir und dem Kind/Jugendlichen/der Familie stimmen, um gut zusammenarbeiten zu können. Die Familie muss meine Arbeit unterstützen können, ggf. auch die Schule. Wenn Eltern ihrem Kind erklären, dass sie sich wegen seiner Schwierigkeiten Sorgen machen und sich deshalb beraten lassen wollen, gibt es in der Regel kaum Schwierigkeiten damit, das Kind von der Notwendigkeit einer Konsultation zu überzeugen.

Nach der 1.probatorischen Sitzung erhalten Sie einen sog. Konsiliarberichtsbogen, auf dem Ihr Hausarzt bescheinigen muss, ob eine möglicherweise erforderliche körperliche Diagnostik erforderlich oder bereits erfolgt ist.

In einem Auswertungsgespräch klären wir die offenen Fragen und einigen uns, wenn alles geklärt ist, auf eine gemeinsame Arbeit.

Dann können wir einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse stellen, der innerhalb von 3 Wochen bearbeitet sein sollte.

Und dann…kann es endlich tatsächlich losgehen!

Familie